Das Copyright zu den hier abrufbaren Artikeln und Statements liegt bei den jeweiligen Autorinnen und Autoren
Thesen
Sexualstraftäter und ihr Dienst an der „guten” Gesellschaft
eine Streitschrift.
„Sexgangster”, „Triebtäter”, „Kinderschänder”, „Sexualmorde” an „unschuldigen Kindern” und viele andere Geister schweben immer einmal wieder drohend und bedrohlich durch die Medien. Auch die internationalen und nationalen Konferenzen gegen „Kinderprostitution” und „Kinderpornographie” sind von ähnlichen Schlagzeilen bestimmt; insbesondere dann, wenn wieder einmal eine Kinderleiche gefunden wurde und die Medien einen neuen Skandal zelebrieren können.
In Belgien hatte man Ende der 90er eine ganze Bande von Mördern entdeckt, die systematisch kleine Kinder raubten, sie wie Schlachtvieh einsperrten, damit ein breiter Kundenkreis von Pädokriminellen (die infam als „pädo-phil”, also als „kinder-liebend” bezeichnet werden) ihre jeweils bevorzugten physischen und psychischen Foltermethoden an ihnen ausüben konnten.
Aber der Dutroux-Skandal in Belgien ist und bleibt nur die Spitze einer(!) der vielen Eisberge. Hierzulande und anderswo sind die Häscher längst auch unterwegs. In kleineren Städten kurven sie herum und spähen aus dem Auto heraus nach attraktiven Kindern. Die bringen sie dann zu denen, die sie bestellt haben, die sie foltern und ermorden werden. In den Medien wird das immer noch unter der Kategorie „Einzelfälle” abgehandelt. Zusammenhänge, systematische, kriminelle Beschaffungsmethoden mag oder darf niemand erkennen. Die Kriegsgebiete sind eine weitere Ressource für „Frischfleisch”; vor allem eine sichere, denn nach „herrenlosen” Kinder kräht kein Hahn. Doch all das darf man nicht laut sagen. Und wer Näheres weiß, sollte den Mund halten, sonst wird es unter Umständen richtig gefährlich.
Eigentlich hat sich nichts geändert
Es ist heute wie vor gut zehn Jahren. Wenn da jemand behauptete, dass die Kinderfolter und die Sklaverei durch das Internet und andere IT-Dienste einen Aufschwung von eklatantem Ausmaß annehmen würden, bekam man einen Vogel gezeigt, wurde ausgelacht, diffamiert und Schlimmeres mehr. Die Überbringer/innen von „schlechten Nachrichten” werden auch in unseren Tagen bestraft.
Erst, wenn die Nachricht salonfähig - was immer das auch heißen und wie immer das auch zustande kommen mag - geworden ist, treten die nicht so Mutigen in Erscheinung und ernten die dafür zweifelhaften Lorbeeren, indem sie zitiert werden, obwohl die Ursprungszitate und -warnungen gar nicht von ihnen stammen. Die kamen Jahre davor von anderen; von den Überbringer/innen der schlechten Nachrichten...
Das wirklich Fatale ist jedoch, dass in der Zwischenzeit Kinder starben; und das oftmals auf bestialische Weise. Nicht minder fatal ist, dass sich die organisierten Folterkreise noch viel besser organisieren, ihre Strukturen perfektionieren konnten. Wir haben ihnen viel Zeit gegeben und tun das immer noch!
Was damals von den ersten aufmerksamen Expert/innen vorausgesagt wurde, ist inzwischen alles wahr geworden und „bewiesen”. Ja, es kam noch viel schlimmer. Jetzt reden zwar alle darüber, doch Grundsätzliches ist nicht geschehen. Wer vor über einem Jahrzehnt gewarnt hat, ist inzwischen müde vom vielen „Predigen”. Das gilt für Einzelpersonen wie für Organisationen. Die damaligen Eisbrecher sind heute ausgebrannt, vergessen oder stehen vor dem Ruin.
Grausige Tatsachen
Der Bedarf an „Grünkram” und „Frischfleisch”, wie die Ware „Kind” von Händlern, sonstigen Profiteuren, Benutzern und Endabnehmern bezeichnet wird, ist immens; die Tendenz weiterhin steigend.
Pädokriminelle „brauchen” im Verlauf der Zeit nicht nur ein Mehr an (oftmals „exotischer”) Brutalität, sondern auch neue, „frische” Kinder, denn die „benutzten” Kinder werden selbstverständlich älter und stumpfen mit der Zeit völlig ab, was sie für die Täter uninteressant macht. Sie wollen lebendes Fleisch, solches, das noch „zuckt”. In den „Hardcore”-Kreisen ist die Halbwertszeit für ein Kind besonders kurz, und da gibt es ein zusätzliches Problem: Nach erfolgter Folter - im Volksmund „Kinderschändung” genannt - mit nachfolgender (oftmals ritueller) Ermordung muss „es entsorgt” werden. Und tatsächlich waren in der Vergangenheit öfters Kinderleichen gefunden worden; in Belgien auch solche, die den Endabnehmern noch gar nicht zugeführt worden waren. Der Grund dafür ist einfach: das „Beweismaterial” musste vernichtet werden, denn mehr waren die Kindern ab dem Zeitpunkt der Entdeckung für Dutroux und Co. nicht. Und das Problem bei jedweder Form von Sklaverei ist eben dies: Menschen können sprechen, und Kinder sind Menschen, auch wenn sie im Allgemeinen nicht als solche behandelt werden.
Politik und Öffentlichkeit standen im Falle von Dutroux damals Kopf. Das wird in mehr oder weniger regelmäßigen Abständen immer wieder geschehen. Aber von den meisten Fällen erfahren wir ohnehin nichts.
Bei entführten oder verschwundenen Kindern stellt man auch hierzulande immer noch keine (ausreichende) Verbindung zur organisierten Kriminalität, zu satanischen oder germano-faschistoiden Sekten, pädokriminellen Zirkeln und ähnlichem Gezücht her. Man betrachtet „Einzelfälle”, und das ist ungeheuerlich, unverantwortlich und feige.
weiteres zum Streitgespräch
Sexualstraftäter und ihr Dienst an der „guten” Gesellschaft
Eigentlich hat sich nichts geändert
Übliche Reaktionen: feige und verlogene Fassungslosigkeit
Wo kommen die „Monster” nur her?
Symptom- anstatt Wurzelbehandlung
Die Helden der Geschichtsbücher
weiteres Informationen
Boom in der Folterbranche - situationsbedingte Folter bald möglich?
10 Jahre für die Menschenrechte - Was bleibt?

